Things to do in Port Elizabeth No. 10: visit the Lion Park

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(english version below)

Obwohl es sie in den großen Wildparks geben soll, habe ich noch keiner der Großkatzen gesehen. Keine Löwen, keine Leoparden und auch keine Geparden. Daher bekam ich mehrfach den Hinweis doch einmal in den Löwenpark der Stadt zu fahren. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, nachdem mir erzählt, wurde das man da auch kleine Löwenbabys streicheln könne. Assoziationen von engen Käfigen und missachteten Tierrechten machten sich breit und versperrten mir daher in den ersten paar Monaten den Weg. Da die Begeisterung um diesen Park um mich herum keinen Abbruch nahm, habe ich mich ein bisschen eingelesen und entschieden, es auf einen Besuch ankommen zu lassen. Der Park ist am Rande der Stadt gelegen und lässt sich mit dem Auto durchfahren. Giraffen, Zebras und verschiedene Antilopenarten bewegen sich frei durch den Park und sind derart an Autos gewöhnt, dass sie ein herannahendes Fahrzeug nicht mehr überrascht. Stattdessen grasen sie weiter in aller Seelenruhe am Straßenrand und versperren einem gerne den Weg. Die Großkatzen sind in einem separaten Teil untergebracht, den man zu Fuß begehen kann. Das Gebiet ist als Schutzgebiet entstanden und wird auch zur Zucht der Großkatzen genutzt. Zu meiner Überraschung kann man neben Löwen auch Tiger und sogar weiße Tiger sehen. Wie die ihren Weg nach Südafrika gefunden haben, konnte mir niemand erklären. Immerhin sind ihre Gehege im Vergleich zu deutschen Tierparks relativ groß, für Großkatzen aber immer noch recht klein. Im Zentrum des Katzengeländes ist eine Picknickwiese, auf der selbst Grills fest installiert sind, sodass man mit einem Steak auf dem Teller den Löwen beim Verschlingen ihres Mittagsmahls zuschauen kann. Neben dem Katzengelände gibt es noch eine Art kleinen Bauernhof. Oder besser gesagt, es gab ihn wohl einmal. Das Gelände ist noch begehbar, besteht aber eigentlich nur aus leeren Käfigen und ein paar freilaufenden Hühnern und Schweinen. Alles in allem kann man sich das Ganze wohl mal anschauen, wenn man unbedingt Löwen sehen muss, aber warum alle so begeistert sind, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ach ja – Löwenbabys kann man nicht mehr streicheln. Immerhin.

english version:

I have not seen any of big cats even though all the big wild parks are supposed to have some. But no lions, no leopards, and no cheetahs up to now. That is why many people told me to go and visit the predator park in P.E. My enthusiasm wasn´t that big after I heard that you could cuddle with little lion babies there. I associated tiny cages and ignored animal rights with that and so I did not go there for the first months. But since people kept telling me that I just have to see this I did a little research and decided to give it a shot. The park is situated in one of the suburbs, where you are able to have a nice view over the sea. You can drive through it via car. Giraffes, zebras and antelopes walk through the park and are adjusted to the cars. While you drive there, they eat calmly at the roadside or will stand at the street so that you just have to wait until they decided to pass. The big cats are in a separate part of the park, where you have to walk. The park was built as a sanctuary for the cats and there is also a breeding program. To my surprise you can not only see lions there but also tigers and even Siberian tigers. Nobody was able to explain to me how they did find their way to South Africa. After all the cages here are bigger than the one you see in German zoos, but in my opinion they are still too small for those big cats. In the center of the cat area there is also a picnic area with installed braai opportunities so that you can watch lions while you eat your steak. Besides the area for the cats they also have a small farm area. Or there was one once. You still can visit that area but there is nothing but empty cages and some chickens and pigs that run around. Altogether you can visit the predator park if you want to see lions desperately but I can not see why the people here make such a fuss out of it. Ah- and you cannot pet the lion babies anymore. At least something good.

Out-takes

Lustiges, Nerviges, Schreckliches und Schräges aus der Alltagskiste:

  1. Der Verkehr bleibt eines meiner Lieblingsthemen. Nachdem ich das letzte Mal so sehr über die Jobs der Baustellenarbeiter geschimpft habe, möchte ich zumindest einmal ein Bild von einer typischen Baustelle zeigen. Wird irgendwo eine Straße repariert (und das passiert ständig) wird meistens eine Spur gesperrt, damit der Verkehr abwechselnd die freie Spur nutzen kann. Soweit so gut. Der Verkehr wird dann mehr oder weniger manuell geleitet. An jedem Ende der Sperrung sitzen zwei bis drei Mitarbeiter (bei jedem Wetter- wie zu sehen gibt es keinerlei Unterstand oder ähnliches). Einer winkt mit einer Fahne, damit man die Geschwindigkeit reduziert, einer hat ein Funkgerät und einer dreht im regelmäßigen Abstand das Stop/Go Schild. Das ist alles. Unangenehm wird das Ganze, wenn die gesperrte Strecke ungefähr 10 Kilometer lang ist, man beim Vorbeifahren aber nur vier Bauarbeiter auf einer Strecke von 500 Metern arbeiten sieht. Leider kann man vorher daher auch leider nie wirklich erkennen, wie lange man an einem solchen Schild warten darf.
  2. Da Strom hier nicht wie Milch und Honig im Paradies fließt, wird der Strom regelmäßig und kontrolliert in einzelnen Gebieten der Stadt abgeschaltet, um einen totalen Blackout zu verhindern. Liegen Einkaufläden in dem Gebiet hat das nicht nur zur Folge, dass die Lichter ausgehen, sondern auch, dass man nach Hause gehen kann, egal ob man seinen Einkaufswagen nun voll hat oder nicht. Um vor solchen Überraschungen  sicher zu sein, werden die Abschaltungen angekündigt. Blöderweise führt das dazu, dass jeder erst recht noch einmal alle seine elektrischen Geräte auflädt, die Waschmaschine oder den Geschirrspüler anwirft und damit das Stromnetzt erst recht  überlastet wird.
  3. Gefährliche Tiere. Ja, die gibt es hier. Die Klassiker sind Löwen, Hyänen und Schlangen. Nichts davon habe ich bisher in freier Wildbahn gesehen und wirklich schade finde ich das nicht. Gerade da auch gerade die Schlangensaison beginnt, bin ich froh nicht im Erdgeschoss zu wohnen, denn die Zahl der gemeldeten Schlangenbisse ist nicht gerade gering. Aber ich begegne fiesen Tieren auch dort, wo man es gar nicht erwartet. Zum Beispiel in der Pinguin Auffangstation, wo sich die Helfer nicht nur um Pinguine, sondern auch jedes sonstige Flugtier kümmern. Bei einem meiner letzten Besuche befand sich dort unter anderem dieser kleine Mausvogel, der sich so wohl zu fühlen scheint, dass er nicht mehr wegfliegt, sondern es sich in den Räumen der Station gemütlich gemacht hat. So traf es sich, dass wir unseren Kaffee getrunken haben und dieses kleine Monster an unseren Tisch kam. Zahm sei er, wurde mir gesagt. Kein Grund zur Sorge. Vertrauensselig habe ich mir daher nichts dabei gedacht, als er auf meine Schulter gehüpft kam. Meine größte Sorge war, dass er sich auf meiner Schulter erleichtert, aber er hatte etwas ganz anderes im Sinn. Es hat keine zehn Sekunden gedauert und er ist mir, zahm, wie er ist, ins Gesicht gesprungen und hat versucht mir die Unterlippe zu piercen  in dem er herzhaft hineingebissen hat. Da ich nicht geneigt bin mir Modetipps von Vögeln geben zu lassen und ich auch sonst weniger Lust auf ein Loch in der Lippe hatte, hab ich versucht ihn durch äußerst elegant ansehnliche rhythmische Bewegungen abzuschütteln. Ohne Erfolg. Erst der Griff eines Mitarbeiters um den Bauch des Vogels, gefolgt von einem ordentlichen Ruck, konnte uns trennen.
  4. So ganz weiß ich noch nicht, warum, aber unser Dach wurde, gereinigt. Der Eigentümer hat es wohl einfach für erforderlich betrachtet, ich allerdings kann keinen vorher/nachher Unterschied feststellen. Aber das soll mich eigentlich auch nichts angehen. Im Nachhinein finde ich aber, dass eine Benachrichtigung über den bevorstehenden Frühjahrsputz nett gewesen wäre. Dann hätte ich vielleicht noch etwas retten können. So aber dachte ich, dass der Mann mit dem Wasserschlauch auf dem Dach, einfach nur die Ziegel ein bisschen abspritzt. Nachdem das Wasser dann an den Wänden entlang auf unseren Balkon gelaufen ist und diesen nebenbei überschwemmt hat ist mir ein stechender Geruch in die Nase gestiegen. Ich weiß nicht, welche Chemikalie verwendet wurde aber sämtliche Pflanzen sind innerhalb von Sekunden welk geworden, unsere Wäsche hat sich verfärbt und selbst die Fließen sehen jetzt seit Wochen so aus, als hätten sie einen schimmeligen Bezug.
  5. Telefonwerbung ist hier nicht nur erlaubt, sondern auch Alltag. Ich gehe schon gar nicht ans Telefon, wenn ich eine fremde Nummer sehe. Gegen SMS Werbung kann ich mich nur durch Löschen wehren. Interessant finde ich aber, für was da nicht nur alles geworben wird, sondern auch was man mal eben so für Verträge schließen kann. Bestattungen für bis zu fünf Kinder und zehn Familienmitglieder – das habe ich so auch noch nicht gelesen.

 

Things to do in Port Elizabeth No. 9: discvover the antique and vintage stores

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Meine Freunde waren in den letzten Tagen zu Besuch, hatten mit dem Wetter hier aber leider unendliches Pech. Statt Sonnenschein auf dem Bauch und Ozeanschaum zwischen den Zehen gab es graue Tage voller Sturm und Regen. Urghs. Nachdem die erste trotzige Wanderung am Meer zu kalten Ohren und sandgestrahlten Beinen geführt haben, kam die berechtigte Frage, was man hier denn bei schlechten Wetter machen kann. Puh. Gute Frage. Sobald es regnet oder kalt wird verzieht sich hier eigentlich alles nach Hause oder in Malls. Wenn man weniger gern einkaufen geht, fallen die indoor Aktivitäten schon knapp aus. Nachdem sich meine Freunde vor ein paar Tagen Richtung Kapstadt gemacht haben, in der Hoffnung noch etwas Sonnenstrahlen ab zu  bekommen (aber leider nur Schneeregen erwischt haben), habe ich mich an meine Liste gemacht, mit Dingen, die man hier machen können soll. Mittlerweile habe ich die magische 100.te Alternative erreicht und mir vorgenommen, so viel davon aus zu probieren, wie nur möglich.

Eine Sache, mit der ich vor ein paar Wochen begonnen hatte, ist der Besuch verschiedenster Antiquitätenläden. Begonnen hatte ich damit in East London, nachdem ich dort mehr oder weniger zufällig über einen großartig unaufgeräumten Krempelladen gestolpert bin, aus dem ich direkt einen kleinen Tisch und eine Lampe mitgenommen habe. Aber auch Port Elizabeth hat einiges an Antiquitäten zu bieten. Einige sind gut sortiert und spezialisiert (z.B. der old curiosty shop in dem sich Geschirr und Besteck stapelt, indem sonst aber weniger zu finden ist), andere scheinen zu verkaufen, was auch immer ihnen gerade angebracht wurde. Im Prinzip kann man aber alles finden, was auch immer man gerade braucht. Würde ich hier auf Dauer wohnen, würde ich mir wohl auch die Wohnung mit Möbeln und allem restlichen Pipapo aus diesen Läden einrichten. Denn während die Qualität der Möbel im Fachgeschäft entweder zu wünschen übrig lässt (ich hatte kurz die Überlegung eine andere Couch zu kaufen, weil ich in unserer in den Kissen wortwörtlich  versinke – aber alle Sofas auf denen ich im Laden gesessen hatte waren so hart, dass es auch eine Palette tun würde) oder ausschauen aus wären sie direkt aus den 80gern her gebeamt (schwer, dunkel und überladen) findet man in den Antiquitätenläden eigentlich immer kleine Schätze, die im Vergleich zu deutschen Antiquitätenläden zu einen minimalen Preis zu haben sind. Da ich aber nicht alles wieder mit mir nach Deutschland nehmen kann, versuche ich mich an Kleinigkeiten zu halten, wie z.B. Schnittmuster aus den 60gern, an die ich mich hoffentlich bald einmal wage. Wer diesen Schätzen aber ein dauerhaftes zu Hause bieten, den würde ich eine Tour durch die Antiquitätenläden schwer ans Herz legen.