Things to do in Port Elizabeth No. 19: Go to the Nanaga Farmstall

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(english version below)

Etwas außerhalb von Port Elizabeth befindet sich der Nanaga Farmstall. Viele Städter verbringen hier einen teil ihrer Wochenenden: Es gibt Kaffee, einen Spielplatz und einen Laden mit allerlei Produkten aus der Umgebung wie zum Beispiel Honig, Tee oder Soleier. Man sagte uns der Kuchen soll besonders gut sein, also haben wir auf unserem Weg nach East London einen Halt gemacht. Schnell hat sich herausgestellt, dass der Kuchen nicht etwa solch Leckereien wie Käsekuchen oder Quarkteilchen umfasst, sondern eher in die Richtung Fleischpasteten geht. Sieht zwar gut aus, aber selbst wen ich Fleisch essen würde, bekäme ich das das nur schwer in meinen Einkaufswagen. Selbst im Supermarkt wird mir manchmal flau im Magen, wenn ich sehe, was da an Fleisch verkauft wird. Auch wenn die Bevölkerung hier härter im Nehmen ist und nichts gegen ein paar Schweinefüße oder Straußenhälse auf dem Grill hat, manchmal ist es selbst für die Verkäuferinnen zu viel: Vor ein paar Tagen erst stand ein Herr vor mir an der Kasse, der für seinen Grillabend einkaufte. Nachdem die Kassiererin das Fleisch gescannt hat, hat sie den Herren darauf hingewiesen, dass es doch arg riecht und sie ihm das Fleisch nicht wirklich gern verkaufen würde. Nach kurzer Diskussion über „das geht schon noch“ und „wollen sie nicht lieber woanders nochmal schauen“ ist das Fleisch an der Kasse verblieben und hat dort seinen unnachahmlichen Geruch verbreitet. Ob ich danach noch einer Fleischpastete vertrauen würde- na ich weiß nicht. Es war also nichts mit Kuchen. Auch der Kaffee hat mich eher kalt gelassen und ein Abstecher in die „Mitbringselecke“ des Ladens war nur kurz, da die Preise für massenproduzierte Herzlichkeiten horrend sind. Während ich meine Wochenenden nun wohl zukünftig nicht dort verbringen werde, so bin ich doch froh, dass es den Farmstall gibt. Denn dieser liegt hervorragend an einer Autobahnkreuzung, auf unserer Strecke noch und zurück aus East London in Pipipausenentfernung. Der Farmstall ist auf der ganzen Strecke das Einzige, was annähernd an eine Ratsstätte herankommt. Sonst gibt es auf 300 Kilometern nur verstreute Randstreifen neben der Landstraße, auf die ein Betontisch und eine Betonbank gepflastert wurde. Selbst wenn man sich dazu hinreißen lässt hier ein Päuschen einzulegen, seine Stulle mit Blick auf vorbeirauschende Lastwagen zu genießen und die Blase in aller Öffentlichkeit zu entleeren, so fiele das doch schwer, denn die Abfahrten sind derart kurz, dass man eigentlich aus der Ratsstätte schon wieder herausgefahren ist, wenn man dann endlich zum stehen gekommen ist. Um das zu vermeiden, ist nicht nur auf dieser Strecke sondern auch auf vielen anderen „verkneifen“ angesagt. Eigentlich ungewöhnlich, denn was öffentliche Toiletten angeht, herrscht hier eine ganz andere Kultur. Öffentliche Toiletten gibt es hier mit Ausnahme von den Überlandstraßen, überall und meistens sind sie kostenlos und dennoch sauber. Wenn man bezahlen muss, dann bewegen sich die Preise in der Regel unter fünf Cent. Ich kann hier also 34 mal auf eine Toilette gehen und das Gleiche bezahlen wie an deutschen Bahnhöfen für einen Besuch. Wow. Und dabei hab ich mich schon glücklich geschätzt, dass es an deutschen Bahnhöfen überhaupt Toiletten gibt, wenn man die Situation öffentlicher Toiletten in den Innenstädten bedenkt. In meiner Heimatstadt gibt es davon eine. Was dazu führt, dass die halbe Stadt ihre Shoppingtouren mit einem Besuch im teuersten Klamottenladen der Stadt unterbrechen muss, der im dritten Geschoss eine Kundentoilette besitzt. Man schleicht sich also durch die Gänge, hofft so auszusehen als könnte man sich die Kleidung hier leiste aber wiederum nicht so auszusehen als bräuchte man Beratung, um irgendwie in die Erleichterung verschaffende Etage zu finden. Fies eigentlich, aus der menschlichen Natur so ein Geschäft zu machen und Preise zu verlangen, die an hier eher an Bußzahlungen für ein Fahren ohne Führerschein herankommen. Das kostet 20 Euro, also 11 mal Pipi machen in Deutschland, und die Polizei winkt einem noch hinterher, wenn man dann bezahlt und ohne Führerschein weiter fährt.

A little bit outside of the city is the Nanaga Farmstall. Many of the townspeople spend their weekends here owing to the availability of coffee, a little playground and a shop with homemade products from the area like honey, tea or pickled eggs. We have been told that the pies are especially good and so we decided to stop here on our way to East London. It didn´t take long until we realized that it wasn´t pie like we expected it. Instead of curd pastries they sell pasties filled with meat. They looks nice but even if I still ate meat, I wouldn´t put this in my shopping cart. Even in the supermarket I sometimes get collywobbles when I see what kind of meat they sell. I know the people here are tough and don´t mind pig feats or ostrich necks on their grill but sometime it is even too much for the cashiers. A few days ago, there was a man in front of me in the supermarket till queue. He wanted to buy meat for his braii. After scanning the meat, the cashier told the man that it smells quite strong and that she actually would prefer not to sell it. What followed was a little discussion of “It´s still eatable” and “Are you sure you don´t want to look somewhere else” and in the end the meat stayed at the desk and smelled there. I am not sure if I would trust a pasty after that. So we didn´t have pie and even the detour to the shop was disappointing since they only sell expensive mass production souvenirs. As a result, I will not spend my weekends there. But I am still glad the farmstall exists because it is perfectly situated for a pee break on our drives to and from East London. The farmstall is the only thing that comes close to a rest stop. Besides that, for 300 kilometers there are only some shoulders at the road with a couple of concrete tables and benches on it. Even if I were smitten with this resting place and would like to have my break here, eating my sandwich while watching trucks, and peeing with audience, it still would be a challenge since the exits are so short you are on the street again when you finally come to a still stand. That is why we have to deny our self a pee break when we are on tour. Actually, that is very surprising. Apart from motorways there are public clean toilets nearly everywhere and most of the time you don’t even have to pay to pay them a visit. Even if you have to pay it is not more than 5 Eurocent. Hence, I can visit a public bathroom 34 times and pay the same amount I would be charges at a German train station for one visit. Wow. And I am always happy that there are public toilets after all thinking of the situation in German city centers. In my home town, there is exactly one public toilet. Hence, half the city interrupt their shopping tour going to the most expensive store the city can offer, not to buy something but to go to the customer toilet on the third floor unrecognized. They sneak through the corridors, hoping to look like someone who could afford those clothes but not like someone who would need help, to finally reach the toilets. I think it is mean to cut a deal with human nature and to ask for prices that nearly reach the fee for driving without a license here. If you do so it costs you 20 Euro or 11 times peeing in Germany. And the police is even waving after you paid and drive away, still without your license.

handknitted ruby-grey leg warmers

Stulpen

Since I had some wool left I decided to make these legwarmers. I liked the pattern – somehow it reminded me of hiking in Austria. The pattern is very easy, so that you actually don’t need the stitchmarkers (I did not use them after the first round). The legwarmers become very cozy. If you have thin legs you might not even need change to the biggest needles.

Things to do in Port Elizabeth No. 18: Hike in the Maitland Nature Reserve

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(english version below)

Nachdem ich nun stolze Besitzerin von Wanderschuhen bin, möchte ich die zahlreichen Wanderwege in der Gegend ausprobieren. Das Maitland Nature Reserve bietet drei verschiedene (3km, 4 km und 9 km), die bereits alle von mir abgelaufen sind. Es klingt alles sehr schön: ein großes Waldgebiet, wunderbar geeignet zur Vogelbeobachtung und das Ziel des längsten Wanderweges sind die Dünen am Maitland River. Für mich war es allerdings kein Vergnügen, dass ich wiederholen würde. Wahrscheinlich waren wir, das Nature Reserve und ich, von Anfang an dazu bestimmt uns nicht zu mögen. Ich für meinen Teil hatte schon die Nase voll, als ich drei Mal daran vorbei gefahren bin, eh ich den Eingang gefunden habe. Ein kleines, Cornflakespackung großes Schild versteckte sich hinter den Büschen am Rand der Landstraße und wies darauf hin, dass dies der Parkplatz des Reservats sei. Der Parkplatz selber war ein Rasenstreifen von ein paar Metern, direkt an der Landstraße. Einen Fußweg zum Eingang des Reservats gibt es nicht. Mittlerweile kann ich das wohl verstehen, denn der ganze Wald schaut aus, als hätte seit Jahren kein Mensch einen Fuß hineingesetzt. Pfade, wenn sie sich denn finden lassen, ringeln sich schmal durch einen überwucherten Dschungel und enden teilweise im Nichts oder sind durch Büsche versperrt, sodass man sich einen Weg durchs Gebüsch schlagen und teilweise auf allen Vieren weiter krabbeln muss. Die Wahl der kurzen Hose hatte ich schnell bereut, denn blaue Flecken und aufgerissene Knie hatte ich binnen kürzester Zeit. Mehrfach musste der Rückzug angetreten und via GPS ausgefuxt werden, wo es denn weiter gehen könnte. Frustration machte sich breit, als das angekündigte Ziel, die Dünen, nicht erreicht werden konnte. Statt einer erwarteten Brotpause am Rand oder auf der Spitze einer Düne konnte man nach 5 Kilometern gerade mal einen Blick auf die Dünen durch das dichte Blätterwerk erhaschen. Unterwegs habe ich auch keinen einzigen Vogel gesehen, was irgendwie Sinn ergibt, da sie sich ja prima im Geäst verstecken können. Das Einzige, was für Entschädigung gesorgt hat, waren die Tiere, die man zwischen seinen Füßen herum huschen, hüpfen oder schleichen sehen konnte. Besonders beeindruckend waren für mich die 12 cm großen Kegelkopfheuschrecken und die kleinste Schildkröte, die ich je in den Händen hatte.

Since I am a proud owner of hiking boots now I decided to hike all of the tracks the area has to offer. The Maitland Nature Reserve has three different hiking routes (3km, 4 km und 9 km) and I have hiked all of them. It sounded so nice: a big forest with a lot of different birds and at the end of one track you reach the dunes of the Maitland River.  But I didn´t enjoy one of those tracks. We, the reserve and me, were probably not destined to like each other. I already had enough, when we passed the entrance three times without noticing it. There is only a small sign, maybe as big as the package of cornflakes, hidden behind bushes at the roadside, telling you that you have reached the parking area. The parking area itself is not more than a few meters of grass next to the country road. A sidewalk for passengers is missing and after entering the reserve I totally got why. The forest looks like it hasn´t seen one human being for years. Paths, if you can find them, are narrow and curl through an overgrown jungle. Partly they end in the middle of nowhere and sometimes they are barred by bushes so that you have cut your way through or crawl on all fours. It took me only minutes to regret my choice of clothes, shorts, since I had bruises and scratches in a short time. Several times we had to pull back and ask the GPS in which direction we should go. I also was very frustrated that after five kilometres we couldn’t have our lunchbreak at one of those dunes, like we thought when we started. No, you could only sneak a peek of them through the foliage. On our way we also weren’t  able to spot one single bird. Of course, this makes sense since they can hide perfectly within those trees. The only thing that really cheered me up were all those animals that we could see scurry, jump or sidle between our feet. My highlights were those 12 centimetre big grasshoppers and the tiniest tortoise I ever had on my hands.