Things to do in Port Elizabeth No. 28: go for a Dolphin tour

feet

(english version below)

Am ersten Juni beginnt die Walsaison. Pünktlich ist dieses Jahr auch der erste Southern Right Wal mit seinem Kalb in der Bucht erschienen und wir hoffen noch einige zu sehen, bis die Saison im November endet. Neben diesen Riesen zeigen sich auch Buckelwale und sogar Orcas. Zugegeben, letztere sieht man eher selten und schon gar nicht von der Küste aus, dafür haben sich in den letzten Jahren Edenwale angesiedelt, die man sogar ganzjährig sehen kann, wenn man sich denn auf ein Boot traut und ein bisschen hinaus in die Bucht fährt. Mittlerweile habe ich die Tour ein gutes halbes Dutzendmal gemacht und so ziemlich alles gesehen, was es hier gibt: Wale, Delfine, Haie, Robben, Pinguine und zig verschiedenste Seevögel.  Gerade für die Pinguine und die Delfine gibt es quasi eine Garantie. Die Algoa Bucht vor Port Elizabeth ist die Tümmler Hauptstadt der Welt! Ungefähr 30 000 Tiere leben hier und es gibt keinen anderen Ort weltweit in dem man so große Schwärme beobachten kann. Der Bestand der Pinguine sieht leider nicht so rosig aus. Nachdem die Zahl in den letzten zwanzig Jahren um 80 Prozent zurückgegangen ist, stagnieren sie nun seit langem zum ersten mal. Das ändert aber nichts daran, dass bevorzugte Insel der Pinguine nicht mehr prall gefüllt ist mit Pinguinpärchen, Nestern und Eiern, sondern nur noch ein paar Tiere beheimatet. Daher lohnt sich die Tour erst Recht. Zum einen sieht man die selten gewordenen Tiere und zum anderen geht ein Teil des Preises in die Marine Forschung. Allerdings sollte sich jeder, der aufs Boot geht überlegen, ob er nicht Reisetabletten einwirft. Auf jeder Tour gibt es immer den einen (oder die zwölf) Passagier, der meint den Wellen gewachsen zu sein, sich dabei aber verschätzt. Ja klar, die Wellen im Hafengebiet sind typischerweise keine Herausforderung für einen Magen, der festen Boden unter den Füßen gewohnt ist. Im Hafenbecken bleibt man aber nicht lange und wenn man dann auf dem offenen Meer merkt, dass es schauklig ist, ist es meist zu spät und man muss den Rest der Tour über der Reling hängend verbringen.

Whale season starts on the first of June. The first southern right whale with its calve arrived on time in the bay this year and we hope that we will see some more until the season ends in November. Besides those giants you can also spot humpbacks and even orcas. Admittedly, the latter won’t be seen very often and definitely not close to the coast. But there are other wales, bryde’s whales, that live here permanently now and can be spotted, if your are willing to go on a boats tour and drive a little further of the coast. I did this tour half a dozen times by now and have seen most of the animals that live here: whales, dolphins, sharks, seals, penguins, and dozens of seabirds. For dolphins and penguins there is even a guarantee to see them. The Algoa Bay is the world capital of bottlenose dolphins. About 30 000 animals live here and there is no other place in the world where you will be able to spot as huge schools of them as here. Sadly, there are much less penguins now. The number fell by 80 percent within the last twenty years and is at the moment at least stagnating. That doesn`t change the sad look of the once filled penguin island in the bay. Instead of hundred of penguin couples, eggs and nests there are only a few left. One reason more to go on a boats tour to the island: on the one hand you will be able to see these rare birds and on the other hand you can be sure that a particular amount of the tour’s fare will be used for marine research. But if you decide to do so – think of taking a sea sick pill. On every tour, there is at least one (or sometimes twelve) person, that thinks he will handle the sea all by himself. Yes sure, there will be no problem as long as you stay in the harbour basin. But you won’t. And once your out in the open it will be too late and you have to spend the rest of the tour over the railing.

Things to do in Port Elizabeth No. 27: Birding

feet with birds

(english version below)

102 verschiedene Vogelarten habe ich in den letzten sechs Monaten identifizieren können. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal über die Kenntnis von Meisen und Amseln hinauskomme. Schon immer habe ich zwar gerne Vögel fotografiert, allein weil ich es für eine besondere Herausforderung halte, eine gute Aufnahme dieser eher scheuen Tiere zu bekommen. Wenn es dann darum ging zu erklären, was ich da eingefangen hatte, sah ich meist alt aus. “Öhm, nun ja, es ist halt ein sehr schöner Vogel” war meine gängige Erläuterung. Ich muss zugeben, das hat mich gegrämt, aber ich habe nie wirklich die Lust gehabt, mich mehr mit Ornithologie zu beschäftigen. Warum auch? Es gibt doch eh kaum was außer Spatzen und Tauben in Deutschland. Dachte ich. Auch in Südafrika hatte ich zunächst nur ein paar zusätzliche Arten gesehen: ein paar Ibisse und Nektarvögel. Erst ein verregneter Tag auf einem Campingplatz in den Drakensbergen hat dies geändert. Die Regenwolken waren so dicht, dass die Sicht auf drei Meter beschränkt war und der Campingplatz recht schnell unter Wasser stand. Der geplante Wandertag wurde gestrichen und wir haben den Tag mit warmen Tee in unserem Camper verbracht. Unsere Nachbarn hatten Mitleid mit uns, als der zweite Tag genauso startete, und luden uns in ihr überdachtes Zelt ein. Am Eingang lag eine Banane im Baum, an dem sich zwanzig Cape-Whiteeyes dankbar zugange machten. Schnell stellte sich daher heraus, dass diese zwei herzlichen Menschen zwei begeisterte Vogelbeobachter waren und die nächsten vier Stunden drehten sich rund um Vogelarten, Vogelbücher und Vogelbeobachtungsorte. Ich war angesteckt und ein paar Tage später stolze Besitzerin meines ersten Vogelbeobachtungsbuches, dass ich nun ständig mit mir herumschleppe. Wenn man genauer hinschaut, ist es erstaunlich, wie viele verschiedene Vogelarten man finden kann. Ich bin zwar stolz auf meine 102 gesichteten Arten, damit aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange. Manche Tiere unterscheiden sich nur durch die Farbe des Ringes um ihre Augen, oder die Farbe der Schnabelspitze oder die Farbe der Krallen. Ich finde das alles faszinierend und kann unterwegs kaum aufhören, durch das Fernglas zu schauen. Mittlerweile habe ich ein ganz gutes Gefühl für gute Beobachtungsorte bekommen und kann die ein oder andere Art sogar an ihrem Gesang identifizieren, wie zum Beispiel den Graufischer oder den Knysna Turaco, sodass ich es recht schnell sagen kann, wenn sie in der Nähe sind. Andere Exemplare bedürfen viel Geduld. Auf das letzte Bild zum Beispiel habe ich fast ein halbes Jahr gewartet. Der half-collared Kingfisher gehört zu den bedrohten Arten im Land. Allein als ich diesen blauen Pfeil einmal über einen See hab huschen sehen können, war meine Begeisterung schon groß. Als ich dann noch seine liebste Jagdstelle gefunden habe, ging einige Zeit ins Land die ich dort mit warten und stricken verbracht habe. Mehrfach war er zwar da, aber entweder das Licht war nicht gut, oder die Kamera nicht schnell genug zur Hand oder er aber einfach nicht wirklich von meiner Anwesenheit begeistert. Letzte Woche hatte ich dann endlich Glück und alles hat gepasst!

Over the last six month I was able to identify 102 different bird species. Who would have thought that one day I will recognize more than tits and blackbirds. Not me. Sure, I always loved to take pictures of birds. To me, it was a special challenge to get a really good photo of those shy animals. When people asked me what bird my pictures show I had to stumble. “Well, it is a very beautiful bird, isn’t it?” I have to admit that bothered me. But not enough to actual do something about it and learn a little bit about ornithology. Why should I? For quite a while, I thought that we don’t have spectacular birds in Germany – only some sparrows and pigeons. Even here in South Africa I could only see a few more species in the beginning: some ibises and sunbirds. One very rainy day at a camp site in the Drakensberg mountains changed that. The heavy and deep hanging clouds made it impossible for us to go for our planned hiking tour. We could only see the next three meters in front of us. So we decided to stay at our camper and have some hot tea. When the following day started exactly the same our neighbours asked us if we want to join them for a tea under their roof in front of their camper so that we weren’t trapped in ours for another day. At their entrance there was a tree with a banana, left there by the owners. About twenty cape-whiteyes indulged themselves with the fruit. It became clear that the two campers were birders and the next four hours were filled with topics like bird species, bird books and birding places. I was hooked. A few days later my husband gave me my first birding book which I have with me all the time since then. It is astonishing how many different species there are. Sure, I am proud of the 102 I saw so far but I haven’t seen all – not even close. Some differ only in the colour of the ring around their eyes, or the colour of the beak’s tip, or the tip of their feet. For me this is very interesting and I can’t stop looking through our binoculars when we are away. In the meantime I got a good feeling of good birding places and I am even able to recognize some birds by their calling, like the pied kingfisher or the Knysna turaco. While I can hear when they are around it takes a lot of patience to find others. The last picture for example was a challenge. It took me nearly half a year to take this picture of the nearly threatened half-collard kingfisher. Just to see this so unbelievable blue bird flying over a lake got me very excited. When I then found its favourite fishing place I spent quite some time there waiting and knitting. Taking a good picture was not possible on every of its visits – either the light was bad, I was to slow with my camera, or it just didn’t like my presence. Last week, I was finally lucky and everything turned put like I wanted it to.