Blind Spot

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Things to do in Port Elizabeth No. 16: Go for a Moon Walk

feet

(english version below)

Einmal im Monat findet am Cape Recife eine geführte Mondwanderung statt. Klingt sehr esoterisch, ist es aber gar nicht. Man trifft sich einfach in der Vollmondnacht mit ein paar Naturinteressierten und spaziert gemeinsam den Strand entlang. Mitarbeiter der dort gelegenen Pinguinauffangstation begleiten da Ganze und beantworten Fragen zu allem, was man um diese Tageszeit am Ufer so findet. Meistens ist es die gewöhnliche Mischung aus Treibholz, Seeigelskeletten, Muscheln und Haifischeiern aber manchmal trifft man auch nachtaktive Krebse. Während die meisten mit forschem Schritt zum Ziel, dem Leuchtturm am Ende der Bucht, laufen und sich dann auf dem Rückweg zur Bude mit Bier und Burger machen, sind wir in der Regel die letzten die den Strand verlassen. Ich genieße es sehr, in der Dämmerung unterwegs zu sein, noch das ein oder andere Foto zu schießen und den Leuchtturm auch leuchten zu sehen. Mehrfach wurde uns gesagt, dass es nicht ungefährlich sei, nachts alleine am Strand unterwegs zu sein. Ob das nun stimmt, kann ich nicht sagen. Das wir bei der Wanderung irgendwann von einem Mitarbeiter mit Taschenlampe abgeholt und gebeten werden, den Strand nun zu verlassen, kann dafür sprechen. Es kann aber auch ein Teil der üblichen Paranoia sein. Ich kann die Warnungen, die uns hier gegeben wurden mittlerweile nicht mehr zählen. Dass es die größte Sorge von ein paar Bekannten hier, die letztlich nach Kanada ausgewandert sind, war, dass sie dort keine Eisenstäbe vor den Fenstern haben, spricht wohl für sich. Während mir die vielen Mauern, Elektrozäune, Alarmanlagen und Gitterfenster eher ein beklemmendes Gefühl geben bedeutet dies für die meisten hier Sicherheit, Schutz und Nacht mit einem zufriedenem Schlaf. Nach Sonnenuntergang sieht man auch so gut wie keine Fußgänger mehr draußen. Wer noch ausgehen möchte nimmt das Auto, selbst wenn das Restaurant nur fünf Gehminuten entfernt ist. Eigentlich verrückt. Aber ich muss gestehen, dass diese Panikmache nicht nur anstrengend ist, da man sie von bald jedem aufgetischt bekommt, der erfährt das wir Zugezogene sind, sondern auch ansteckt. Immer wieder erwischt man sich dabei, wie man Blicke über die Schulter wirft und insgeheim abschätzt, ob der Hintermann einen nun ausrauben möchte oder auch nur etwas nervös ist. Regelmäßig steht die Frage im Raum, ob die gute Kamera nun mit kann oder nicht. Selbst das Kleingeld wird in verschiedenen Taschen verstaut, damit man im Zweifel nicht alles verliert und noch irgendwie nach Hause kommt. Ugh. In diesen Momenten ärgere ich mich über mich selbst. Es kommt mir falsch vor, ignorant und voreingenommen. Sicherlich ist das achtlose herumlaufen in fremden Gegenden mit der goldenen Uhr an der Hand auch nicht die richtige Lösung, aber ich versuche mich einzuloten und ein gesundes Mittelmaß zu finden.

Once a month there is the moonwalk at the cape recife. It might sound a little esoteric but it isn’t. It is just a bunch of people going for a walk at the beach during a full moon night. The staff of the penguin rescue station accompany the walk and answer questions about all the stuff you can find at the shore. Most of the time this is the common mixture of drift wood, skeletons of sea urchins, shells and shark eggs but sometimes you can sea nocturnal crabs. Most of the people hurry to the finish, the lighthouse at the end of the bay to return then to the stall with beer and burgers. But most of the time we are the last persons leaving the beach. I just love it to be outside at dusk, to take some pictures and actually see the light of the lighthouse spinning. Often people told us that it is not safe to be outside after sunset. I can not tell if this is true. One of the staff came with a torch to bring us back to the entrance might demonstrate that. But it can also be a part of the common paranoia here. I can not keep track of all the warnings that were given to us. For instance, I met some South Africans who were about to emigrate to Canada. One of their biggest concerns was, that they have to live without burglary bars in front of their windows. That might speak for itself. While all those walls, electric fencings, alarms and bars make me nervous most of the people here love it since they give them safety and a good night sleep. After the sun sets there are rarely any people walking outside. Those who want to have dinner go by car even if the restaurant is only five minutes away. This is crazy. But I have to admit that this scaremongering is not only exhausting, since everybody who recognizes you as a new resident tells you the same things, but also contagious. Again and again I catch myself, looking over my shoulder and evaluating if the person behind me might rob me or is only as nervous as I am. Regularly the question whether to take the big camera or not arises. Even the small change gets spread into different pockets, so that, just in case, not everything is be lost. Ugh. I am annoyed by myself in those moments. It feels wrong, ignorant and biased. Sure, walking carelessly in foreign regions with a golden what is not the right way either. But I try to balance myself and to find a tolerable level.