Out-takes

Lustiges, Nerviges, Schreckliches und Schräges aus der Alltagskiste:

  1. Der Verkehr bleibt eines meiner Lieblingsthemen. Nachdem ich das letzte Mal so sehr über die Jobs der Baustellenarbeiter geschimpft habe, möchte ich zumindest einmal ein Bild von einer typischen Baustelle zeigen. Wird irgendwo eine Straße repariert (und das passiert ständig) wird meistens eine Spur gesperrt, damit der Verkehr abwechselnd die freie Spur nutzen kann. Soweit so gut. Der Verkehr wird dann mehr oder weniger manuell geleitet. An jedem Ende der Sperrung sitzen zwei bis drei Mitarbeiter (bei jedem Wetter- wie zu sehen gibt es keinerlei Unterstand oder ähnliches). Einer winkt mit einer Fahne, damit man die Geschwindigkeit reduziert, einer hat ein Funkgerät und einer dreht im regelmäßigen Abstand das Stop/Go Schild. Das ist alles. Unangenehm wird das Ganze, wenn die gesperrte Strecke ungefähr 10 Kilometer lang ist, man beim Vorbeifahren aber nur vier Bauarbeiter auf einer Strecke von 500 Metern arbeiten sieht. Leider kann man vorher daher auch leider nie wirklich erkennen, wie lange man an einem solchen Schild warten darf.
  2. Da Strom hier nicht wie Milch und Honig im Paradies fließt, wird der Strom regelmäßig und kontrolliert in einzelnen Gebieten der Stadt abgeschaltet, um einen totalen Blackout zu verhindern. Liegen Einkaufläden in dem Gebiet hat das nicht nur zur Folge, dass die Lichter ausgehen, sondern auch, dass man nach Hause gehen kann, egal ob man seinen Einkaufswagen nun voll hat oder nicht. Um vor solchen Überraschungen  sicher zu sein, werden die Abschaltungen angekündigt. Blöderweise führt das dazu, dass jeder erst recht noch einmal alle seine elektrischen Geräte auflädt, die Waschmaschine oder den Geschirrspüler anwirft und damit das Stromnetzt erst recht  überlastet wird.
  3. Gefährliche Tiere. Ja, die gibt es hier. Die Klassiker sind Löwen, Hyänen und Schlangen. Nichts davon habe ich bisher in freier Wildbahn gesehen und wirklich schade finde ich das nicht. Gerade da auch gerade die Schlangensaison beginnt, bin ich froh nicht im Erdgeschoss zu wohnen, denn die Zahl der gemeldeten Schlangenbisse ist nicht gerade gering. Aber ich begegne fiesen Tieren auch dort, wo man es gar nicht erwartet. Zum Beispiel in der Pinguin Auffangstation, wo sich die Helfer nicht nur um Pinguine, sondern auch jedes sonstige Flugtier kümmern. Bei einem meiner letzten Besuche befand sich dort unter anderem dieser kleine Mausvogel, der sich so wohl zu fühlen scheint, dass er nicht mehr wegfliegt, sondern es sich in den Räumen der Station gemütlich gemacht hat. So traf es sich, dass wir unseren Kaffee getrunken haben und dieses kleine Monster an unseren Tisch kam. Zahm sei er, wurde mir gesagt. Kein Grund zur Sorge. Vertrauensselig habe ich mir daher nichts dabei gedacht, als er auf meine Schulter gehüpft kam. Meine größte Sorge war, dass er sich auf meiner Schulter erleichtert, aber er hatte etwas ganz anderes im Sinn. Es hat keine zehn Sekunden gedauert und er ist mir, zahm, wie er ist, ins Gesicht gesprungen und hat versucht mir die Unterlippe zu piercen  in dem er herzhaft hineingebissen hat. Da ich nicht geneigt bin mir Modetipps von Vögeln geben zu lassen und ich auch sonst weniger Lust auf ein Loch in der Lippe hatte, hab ich versucht ihn durch äußerst elegant ansehnliche rhythmische Bewegungen abzuschütteln. Ohne Erfolg. Erst der Griff eines Mitarbeiters um den Bauch des Vogels, gefolgt von einem ordentlichen Ruck, konnte uns trennen.
  4. So ganz weiß ich noch nicht, warum, aber unser Dach wurde, gereinigt. Der Eigentümer hat es wohl einfach für erforderlich betrachtet, ich allerdings kann keinen vorher/nachher Unterschied feststellen. Aber das soll mich eigentlich auch nichts angehen. Im Nachhinein finde ich aber, dass eine Benachrichtigung über den bevorstehenden Frühjahrsputz nett gewesen wäre. Dann hätte ich vielleicht noch etwas retten können. So aber dachte ich, dass der Mann mit dem Wasserschlauch auf dem Dach, einfach nur die Ziegel ein bisschen abspritzt. Nachdem das Wasser dann an den Wänden entlang auf unseren Balkon gelaufen ist und diesen nebenbei überschwemmt hat ist mir ein stechender Geruch in die Nase gestiegen. Ich weiß nicht, welche Chemikalie verwendet wurde aber sämtliche Pflanzen sind innerhalb von Sekunden welk geworden, unsere Wäsche hat sich verfärbt und selbst die Fließen sehen jetzt seit Wochen so aus, als hätten sie einen schimmeligen Bezug.
  5. Telefonwerbung ist hier nicht nur erlaubt, sondern auch Alltag. Ich gehe schon gar nicht ans Telefon, wenn ich eine fremde Nummer sehe. Gegen SMS Werbung kann ich mich nur durch Löschen wehren. Interessant finde ich aber, für was da nicht nur alles geworben wird, sondern auch was man mal eben so für Verträge schließen kann. Bestattungen für bis zu fünf Kinder und zehn Familienmitglieder – das habe ich so auch noch nicht gelesen.

 

Things to do in Port Elizabeth No. 9: discvover the antique and vintage stores

feet

Meine Freunde waren in den letzten Tagen zu Besuch, hatten mit dem Wetter hier aber leider unendliches Pech. Statt Sonnenschein auf dem Bauch und Ozeanschaum zwischen den Zehen gab es graue Tage voller Sturm und Regen. Urghs. Nachdem die erste trotzige Wanderung am Meer zu kalten Ohren und sandgestrahlten Beinen geführt haben, kam die berechtigte Frage, was man hier denn bei schlechten Wetter machen kann. Puh. Gute Frage. Sobald es regnet oder kalt wird verzieht sich hier eigentlich alles nach Hause oder in Malls. Wenn man weniger gern einkaufen geht, fallen die indoor Aktivitäten schon knapp aus. Nachdem sich meine Freunde vor ein paar Tagen Richtung Kapstadt gemacht haben, in der Hoffnung noch etwas Sonnenstrahlen ab zu  bekommen (aber leider nur Schneeregen erwischt haben), habe ich mich an meine Liste gemacht, mit Dingen, die man hier machen können soll. Mittlerweile habe ich die magische 100.te Alternative erreicht und mir vorgenommen, so viel davon aus zu probieren, wie nur möglich.

Eine Sache, mit der ich vor ein paar Wochen begonnen hatte, ist der Besuch verschiedenster Antiquitätenläden. Begonnen hatte ich damit in East London, nachdem ich dort mehr oder weniger zufällig über einen großartig unaufgeräumten Krempelladen gestolpert bin, aus dem ich direkt einen kleinen Tisch und eine Lampe mitgenommen habe. Aber auch Port Elizabeth hat einiges an Antiquitäten zu bieten. Einige sind gut sortiert und spezialisiert (z.B. der old curiosty shop in dem sich Geschirr und Besteck stapelt, indem sonst aber weniger zu finden ist), andere scheinen zu verkaufen, was auch immer ihnen gerade angebracht wurde. Im Prinzip kann man aber alles finden, was auch immer man gerade braucht. Würde ich hier auf Dauer wohnen, würde ich mir wohl auch die Wohnung mit Möbeln und allem restlichen Pipapo aus diesen Läden einrichten. Denn während die Qualität der Möbel im Fachgeschäft entweder zu wünschen übrig lässt (ich hatte kurz die Überlegung eine andere Couch zu kaufen, weil ich in unserer in den Kissen wortwörtlich  versinke – aber alle Sofas auf denen ich im Laden gesessen hatte waren so hart, dass es auch eine Palette tun würde) oder ausschauen aus wären sie direkt aus den 80gern her gebeamt (schwer, dunkel und überladen) findet man in den Antiquitätenläden eigentlich immer kleine Schätze, die im Vergleich zu deutschen Antiquitätenläden zu einen minimalen Preis zu haben sind. Da ich aber nicht alles wieder mit mir nach Deutschland nehmen kann, versuche ich mich an Kleinigkeiten zu halten, wie z.B. Schnittmuster aus den 60gern, an die ich mich hoffentlich bald einmal wage. Wer diesen Schätzen aber ein dauerhaftes zu Hause bieten, den würde ich eine Tour durch die Antiquitätenläden schwer ans Herz legen.

 

Things to do in Port Elizabeth No. 8: hike the Sacramento trail

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(english version below)

Der Sacramento Trail ist einer der Wanderwege mit den wohl schönsten Aussichten. Über acht Kilometer geht es entweder an der Küste entlang, oder ein paar Meter weiter einwärts durchs Gebüsch. Beide Wege lassen sich genießen. Der Strandweg ist teilweise recht eng, dafür aber sehr abwechslungsreich. Anscheinend nutzen diesen Weg viele, um am Wochenende mit ihren Hunden unterwegs zu sein, denn diese laufen einem alle paar Meter über den Weg und beschnüffeln einem die Schuhsolen. So kommt man aber auch sehr fix ins Gespräch mit den gesprächigen Landsleuten und kann sich ein paar Lebensgeschichten anhören. Der Weg durchs Gebüsch hat den Vorteil, das man von oben teilweise Kilometer weite Aussichten hat, dafür sind die Wege hier noch enger und die beine kommen nicht ohne Kratzer wieder heraus. Noch dazu hat mich der Schlangenhinweis recht nervös gemacht, denn in den teilweise schulterhohen Büschen raschelt es ununterbrochen. Je nachdem wo man den Wanderweg beginnt landet man am Ende entweder in Sardinia Bay oder in einem kleinem Strandcafé mit ausreichend Kaffee und Snacks, um wieder aufzutanken.

english version:

The Sacramento Trail is one of those with the most stunning views. It is eight kilometer long and you can either walk along the beach or a few meters more inland through bushes. Both paths are enjoyable. The path along the beach is sometimes a little narrow but it changes very often. Obviously many people use this trail to go for a walk with their dogs at the weekend, because there are many of them running along the beach and sniffing on your shoes. Hence it is easy to talk to their owners and listen to their stories. The path through the bushes has the advantage that you can see the sea from above but the path is even narrower and you legs will not come out unharmed. In addition the snake warning made me a little uncomfortable because the bushes are sometimes as high as your shoulders and you can hear it rustling in there all the time. Depending on where you started you will arrive at the dunes in Sardina Bay or at a little café with enough coffee and snacks to regenerate.