Things to do in Port Elizabeth No. 21: Visit the St. Peter Church Ruin

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(english version below)

Es hat mich fast ein Jahr gekostet bis ich eher zufällig von dieser Ruine erfahren habe und das, obwohl ich mindestens einmal die Woche an ihr vorbei fahre. Die St. Peters Kirche ist eines der ältesten christlichen Gebäude der Stadt. Sie wurde 1877 gebaut und steht seither im südlichen Ende der Stadt, auf einem Hügel mit Blick auf den Hafen und einen Teil der Innenstadt. Sie war lange Zeit ein religiöses zu Hause für den Einwohnermix des South Ends. Mit dem Group Area Act 1962 wurden alle nicht-weißen Menschen aus dem Stadtviertel vertrieben oder umgesiedelt, sodass die bis dahin sowieso schon abnehmenden Einwohnerzahlen dafür gesorgt haben, dass die Kirche quasi nicht mehr genutzt wurde. Während der Großteil der Gebäude des South Ends einem Abriss zum Opfer wurde, durfte diese Kirche bleiben. Leider verfällt sie seitdem aber immer mehr, da sie nicht mehr genutzt wird. Auch der angrenzende Friedhof, der hauptsächlich mit 150 Jahre alten Gräbern gefüllt ist, wird nicht mehr gepflegt. Überhaupt scheint das ganze Gebiet kaum jemanden zu interessieren. Es ist weder umgrenzt noch irgendwie geschützt. Es liegt vielmehr inmitten eines neuen Wohngebietes. Wenn man durch dieses fährt kann man weder die Hülle der alten Kirche noch den Friedhof erahnen, da man zunächst nur eine brach liegende Fläche zwischen ordentlich aufgebauten Wohnhäusern vorfindet. Durch das kniehohe Gebüsch windet sich ein kleiner Pfad. Wie wohl überall unter diesen Voraussetzungen hat der Vandalismus Einzug gehalten und es sind nur noch ein paar Mauern übrig und der ehemalige Innenraum ist zugemüllt. Die Gräber sind verkommen. Grabsteine sind umgeworfen oder zerbrochen. Bäume wachsen wild und alte Bäume die dem Wind nicht standhalten konnten liegen quer auf Wegen und Gräbern. Ich finde es nicht nur wahnsinnig schade, dass die Ecke so verkommt, sondern auch verwunderlich. Religion, vor allem die christliche, und der Umgang mit Verstorbenen ist hier sonst ein großes und ernstes Thema. In Beerdigungen wird der letzte Rand gesteckt, egal wie arm man ist. Outet man sich irgendwo als nicht religiös wird man beäugt als käme man von einem anderen Stern. Mehrfach wurde von mit in einem Gespräch einfach angenommen ich sei christlich und die Frage ist eher, welcher Konfession man angehört. Ich versuche sehr sanft diese Themen zu umgehen und hoffe, sollte ich dies nicht können, durch zuhören durch das Gespräch zu kommen. Auch wenn ich nicht gläubig bin, beeindruckt mich dieser tiefe Glaube der Menschen enorm. Nicht positiv oder negativ, es hinterlässt einfach einen Eindruck bei mir, wenn mir Menschen die durch Vergewaltigungen gegangen sind erzählen, dass sie dem Täter verzeihen, da sie der Ansicht sind, dass Gott sich schon etwas dabei gedacht hätte. Oder wenn mir Menschen, die auf der Straße und von der Hand in den Mund leben sagen, dass sie auf den größeren Plan dahinter vertrauen, mich anlächeln und mir einen schönen Tag wünschen während ich mit gepackten Einkaufsbeuteln ins Auto steige. Sicher, diese Zuversicht und dieser Optimismus ist nicht bei allen so tief verankert, aber bei einem Großteil der Bevölkerung eben doch. Wenn mir dann gesagt wird, ich komme auch noch dort hin, bezweifle ich das zwar. Aber es hindert mich nicht daran ihre Kirchen schön zu finden.

It took me nearly a year to know about this ruin even though I pass it nearly once a week. St. Peters Church is one of the oldest Christian buildings in the city. It was built in 1877, is situated in the South End, and has a view to the harbour and a part of the city centre. For a long time, it was the religious home of the socially mixed group in the South End. But with the Group Act of 1962 only white people were allowed to live in the area and everybody else was moved to other parts of the city. The diminishing numbers of residents lead to less and less people using the church until nobody used it anymore. While almost all buildings were demolished the church survived. Unfortunately, nobody takes care of the building which as a consequence keeps falling in disrepair. The graveyard, shelter to mostly over 150 years old graves, is not taken care of either. Nobody seems to bother. The area is neither fenced nor protected. It is situated in a residential area. When you drive through you cannot even see the shell of this church but only a fallow area between newly build houses. A little path is winding through the knee-high bushes. Of course, vandalism took over. There are only a few walls left and the area is full of trash. The graves are degenerated. Headstones are broken. Trees grow everywhere and old branches are lying across the pathways. I think it is not only sad that this place looks like this but also astonishing. Religion, especially the Christian one, and how to treat deceased is a very big and serious topic here. No matter how poor the people, they spend all the money they have for an adequate funeral. If you tell someone that you are not religious, you are looked at like you are from the outer space. It happened more than once that people just assumed that I am religious and I was only asked what denomination I belong to. I try avoid these topics but when I can’t I just listen. Even though I am not religious, I am impressed by the deep beliefs. Not in a good or a bad way. It just leaves an impression when a woman who hat to suffer rapes tells me that she forgives the rapist since only god knows why he let that happen. Or when people living on the street, from hand to mouth, explain that they believe in the bigger plan behind all of their suffering and then smile at me, whishing me a good day while I take my groceries to the car. Of course, not everyone is optimistic and confident like this but most people here are. When they tell me that one day I am going to reach this point as well, I doubt that. But it doesn’t keep me from loving their churches.

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3 thoughts on “Things to do in Port Elizabeth No. 21: Visit the St. Peter Church Ruin

  1. Liebe Franziska,
    ich kann nichts dafür: ich krieg immer so Assoziationen.
    Bei deinem Bericht vom St.Peter-Besuch, muss ich an das Goethe-Gedicht denken vom “Beruf des Storches”.

    Der Storch, der sich von Frosch und Wurm
    An unserm Teiche nähret,
    Was nistet er auf dem Kirchenturm,
    wo er nicht hingehöret? (…)

    Wodurch – gesagt mit Reverenz –
    Kann er sein Recht beweisen
    Als durch die löbliche Tendenz,
    auf’s Kirchendach zu ……….. ?

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