Out-takes

Lustiges, Nerviges, Schreckliches und Schräges aus der Alltagskiste:

  1. Unser Balkon war seit unserem Einzug mit Betonmöbeln ausgestattet. Das schloss zwei Bänke und einen riesigen Tisch ein, die gut ein Drittel unseres Balkons in Anspruch nahmen, von uns aber zu keiner Zeit genutzt wurden. Warum? Zunächst sehen diese wuchtigen Möbel nicht nur extrem hässlich aus, sie sind auch mega unbequem und jeder leichte Stoß führt zu tiefseeblauen Flecken. Darüber hinaus zogen sich bereits tiefe Risse durch die Oberflächen, sodass wir den Eigentümer baten, die Möbel auszutauschen oder, noch besser, einfach zu beseitigen. Zehn Monate und viele Gespräche später (“Die Möbel sind noch gut.” “Nein sind sie nicht”…) stehen drei Ironmans auf dem Balkon, mit dem Auftrag besagte Möbel in den Pickup zu hieven und zu entsorgen. Anfängliche Zweifel, ob die Platten überhaupt gehoben werden können, lösen sich nach dem ersten Versuch wortwörtlich in Staub auf. Die Platte zerbricht und hinterlässt tausend Kleinteile, die wir letztlich nur noch zusammenfegen können. Bin ich froh, dass sich da nie jemand drauf gesetzt hat.
  2. Der Sommer bedeutet hier: wenig Regen und viel Wind. Unsere Gegend ist staubtrocken und die Dämme sind so leer, dass es Wasserbeschränkungen für jeden Haushalt gibt. Wer mehr als 250 Liter am Tag verbraucht, muss Strafe zahlen. Wie sich die Umstände auswirken können, sah ich am Dienstag auf meinem Weg zum Fitnessstudio. Eine unglaublich große Rauchwolke stand über der Stadt und der Qualm zog kilometerweit. Ein Haus fing Feuer und verbreitete sich aufgrund der starken Windgeschwindigkeiten  im ganzen Viertel. Über Stunden versuchten Feuerwehr und Anwohner dem ganzen mit Wassereimern und Gartenschläuchen Einhalt zu gebieten. Jetzt ist es zwar gelöscht, aber die Stadt sah am nächsten Tag so aus. Glücklicherweise sind wir soweit davon entfernt, dass unsere größte Sorge nur die ist, ob unsere Wäsche nach Rauch riecht oder nicht.
  3. Starker Winde bedeutet auch: große Wellen. Was eine große Freude für alle Surfer ist, ist anstrengend für Pinguine. Gerade jetzt, wo besonders viele Jungtiere unterwegs sind, die den Wassergewalten noch nicht gewachsen sind, finden wir daher mehr gestrandete Tiere als zu jeder anderen Jahreszeit.
  4. Die Verpackungswut ist manchmal frustrierend – sei es hier oder in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. Dieser Blaubeerensnack für Kinder hat es für mich aber auf die Spitze getrieben…
  5. Ich hatte zur Weihnachtszeit ein großes Tamtam erwartet. Während in Deutschland schon im September die ersten Lebkuchen im Regal stehen, merkt man hier selbst im Dezember kaum, dass bald Weihnachten ist. Es gibt weder Adventskalender, noch Weihnachtsgebäck. Im Supermarkt ist gerade mal ein halber Regalmeter mit Lichterkerzen und Weihnachtskugeln gefüllt. Weihnachtslieder werden nirgends gespielt und auch die Werbung hält sich in geschmackvollen Grenzen. Wenn man die Leute fragt, was für sie hier das Besondere an Weihnacht ist, bekommt man nur zur Antwort, dass endlich Sommerferien sind und alle an den Strand können. Daher sind wohl auch mehr Regalmeter für Badehosen, Strandspielzeug und aufblasbare Wasserbälle frei gemacht. Nur meine Ärztin, deren Vater Deutscher ist, erzählte mir, dass bei Ihnen zu Hause noch alles streng nach deutscher Tradition stattfinde. Das heißt: festliche Kleidung, Kerzenlicht, Feuer im Kamin und Festtagsbraten. Und das bei über dreißig Grad im Schatten. Schönen Dank. Selbst Santa Claus macht das nicht mit.
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